LITERATUR

THYROID-LIT-50883

Assessment of serum thyroid hormone autoantibodies in the first trimester of gestation as predictors of postpartum thyroiditis.

Benvenga, S.; Vita, R.; Di Bari, F.; Re, C.L.; Scilipoti, A.; Giorgianni, G.; Grasso, L.; Galletti, M.R.; Mandolfino, M.G.; Donne, M.L.

(Dept. of Clinical and Experimental Medicine, University of Messina; Master Program on Childhood, Adolescent and Women’s Endocrine Health, University of Messina; Interdepartmental Program on Molecular & Clinical Endocrinology, and Women’s Endocrine Health, University Hospital, A.O.U. Policlinico G. Martino; Div. of Obstetrics and Gynecology, University Hospital G. Martino; Service of Immunometry and Laboratory Diagnosis, University Hospital G. Martino; Dept. of Human Pathology Gaetano Barresi, University of Messina, all Messina, Italy)

J Clin Translat Endocrinol, DOI: org/10.1016/j.jcte. 2019.100201 (2019)

Die Postpartum-Thyreoiditis (PPT) sorgt bei Patientinnen und behandelnden Ärzten regelmäßig für Aufmerksamkeit. Nicht selten wird sogar eine nicht indizierte thyreostatische Therapie vorgenommen. Daher ist es von klinischer Bedeutung, Frauen möglichst früh zu identifizieren, die einem erhöhten Risiko für eine PPT unterliegen. Dieser Frage stellten sich die Verfasser.

412 Frauen ohne vorbekannte Schilddrüsenerkrankung (Alter 31.6 ± 4.3 Jahre) wurden von der 7. – 11. Schwangerschaftswoche an bis zu 12 Monaten post partum untersucht. Es erfolgte die Messung von Schilddrüsenantikörpern: neben den TPO-Antikörpern und den Thyreoglobulin (Tg)-Antikörpern wurden auch die Schilddrüsenhormonantikörper (T3-IgM, T3-IgG, T4-IgM und T4-IgG) bestimmt.

Wenigstens ein positiver Befund für die Schilddrüsenhormonantikörper (THAb+ve) wurde bei 21 der 412 Frauen erhoben (5.1 %). Die Frequenz dieser Antikörper war jedoch wesentlich höher bei den 63 Frauen, bei denen sich eine PPT einstellte: 12/ 63 (19 %). Innerhalb der Gruppe von Frauen mit PPT waren diese Antikörper besonders häufig bei den Frauen zu finden, die eine permanente Hypothyreose verglichen mit euthyreoten Frauen entwickelten: 9/ 34 (26.5 %) vs. 3/ 29 (10.3 %, p = 0.12). Zudem war das Risiko einer PPT bei Frauen, die gleichzeitig an einem Typ 1-Diabetes litten, erhöht. In den meisten Fällen fand sich nur ein erhöhter Antikörper gegen Schilddrüsenhormone, am häufigsten gegen T3 (47.6 %).

Wenigstens ein Schilddrüsenhormon-Antikörper war auch bei 9/ 76 Frauen erhöht, die erhöhte TPO-AK oder Tg-AK aufwiesen (11.8 %), verglichen mit 12 der übrigen 336 Frauen, die keine TPO- und Tg-AK aufwiesen (3.6 %, p = 0.0031). Von den neun für THAb+ve positiven Frauen mit erhöhten TPO- und/oder Tg-AK entwickelten alle eine PPT, verglichen mit 3/ 12 THAb+ve-Frauen, die keine TPO- und/oder Tg-AK aufwiesen (p = 0.0011).

Vergleicht man die Korrelation mit dem typischen Ultraschallbefunde einer Thyreoiditis, so war ein Nachweis von Schilddrüsenhormonantikörpern bei 12 der 144 Frauen mit dem sonographischen Befund einer Thyreoiditis möglich (8.3 %), verglichen mit 9/ 268 Frauen ohne einen solchen sonographischen Befund (3.4 %; p = 0.029).

Somit folgern die Verfasser, daß der Messung von Schilddrüsenhormonantikörpern eine Vorhersagemöglichkeit für die Entwicklung einer PPT zukommt. Angesichts niedriger Prävalenz und niedriger Sensitivität ersetzen sie jedoch in keiner Weise die Bestimmung von TPO-Ak und Tg-AK.

Letzte Aktualisierung: 10.01.2020